JUNGES THEATER KREFELD
JUNGES THEATER KREFELD

Peter Pan 2017

Westdeutsche Zeitung Tönisvorst:

Die Kinder aus Nimmerland

 
 

von Stefanie Wickrath

 

Mit "Peter Pan" standen am Wochenende die Schauspieler des Ensembles "Das junge Theater Krefeld - Die Kinderbühne" auf der Bühne im Corneliusforum. Zwölf Kinder und Jugendliche sowie sechs Erwachsene spielen die Geschichte der Kinder aus Nimmerland, die nicht erwachsen werden wollen, als Musical. Dabei sind die Lieder alle selber eingesungen, werden aber bei den Aufführungen als Playback eingespielt. "Schauspiel und Gesang zu gleich, das erschien uns doch zu anspruchsvoll", sagt Regisseurin Yvonne Keßel.

Zum fünften Mal hat die Theaterpädagogin gemeinsam mit dem Theaterfan und Regisseur, Joachim Pricken, ein Stück mit dem Jungen Theater auf die Bühne gebracht. Die Nachwuchsschauspieler wurden an verschiedenen Schulen gecastet. Viele standen bei der Premiere zum ersten Mal auf der Bühne und wirkten teilweise noch etwas hölzern, andere agierten schon recht professionell. So spielte die 16-jährige Selina Söhnel den "Peter Pan" mit der passenden Mischung aus Naivität und Überheblichkeit.

 

Auch Lina Keßel ist die perfekte Besetzung für die Fee Tinker Bell. Nicht nur, dass die Zehnjährige von der Statur her feenhaft wirkt, auch ihre Art, die Rolle der eifersüchtigen, unüberlegten und doch bezaubernden Tinker Bell zu spielen, sucht ihresgleichen. Ebenfalls überzeugend ist Ariane von dem Bussche, die Captain Hook, Peter Pans Widersacher, zum Besten gibt. Die 63-Jährige schafft den Spagat zwischen raumeinnehmendem Captain und weinerlicher Witzfigur.

Auch Meret Lambertz als Wendy, Silas Braun als John und Leticia Esters als Michael machen ihre Sache gut. Dennoch ist "Peter Pan" im Vergleich zu den Stücken der Vorjahre, wie etwa "Emil und die Detektive" 2014 oder "Die wilden Hühner" 2015, eine ehr schwächere Inszenierung der Kinderbühne. Zwar gibt es witzige Szenen und gut herausgearbeitete Charaktere, aber insgesamt kommt die Handlung nur schleppend voran. Auch fehlt es den Dialogen teilweise an Raffinesse und für ein Stück, das Kinder aller Altersstufen ansprechen möchte, ist das Musical mit einer Spieldauer von fast drei Stunden schlicht zu lang, was zu Unruhe im Publikum führt.

Zweimal noch, heute und morgen Vormittag, wird "Peter Pan - Das Musical" gezeigt, die Dritt- und Viertklässler der Grundschulen und die Kinder und Jugendlichen der weiterführenden Schulen sitzen dann im Publikum.

Rheinische Post :

 

Peter Pan in Leos "Schlummerland"

 

Von Kerstin Reemen

St. Tönis/Krefeld. Der kleine Leo mittendrin. Gerade einmal sechs Wochen alt, wird er in einem Tragetuch sanft und wiegend durch die Musicalwelt von „Peter Pan“ getragen. Teile der Probe im Schulzentrum Corneliusfeld in St. Tönis verpasst der entspannte junge Mann. Tinker Bell, Piraten, das Nimmerland, Captain Hook, die Abenteuer des Jungen Peter Pan, der nie erwachsen wird — Leo verschläft alles.

Die Seelenruhe seiner Mutter Yvonne Keßel strahlt aus. In Erwartung ihres dritten Kindes hatte die Regisseurin des „Jungen Theaters Krefeld — Die Kinderbühne“ die Proben in der zweiten Jahreshälfte 2016 zeitig intensiviert. Nun sitzt die zweieinhalbstündige Musical-Version: „Sie sind schon sehr weit“, lobt Keßel das Ensemble.Yvonne Keßel, Regisseurin des Jungen Theaters Krefeld. Diesmal spielen zwölf Kinder und Jugendliche zwischen zehn Monaten und 16 Jahren sowie sechs Erwachsene miteinander. Genau diese Mischung macht für Keßel und Pricken die Faszination ihre Truppe aus. Diese altersgemischte Gruppe ist ihre Inspiration. Dem Pan-Publikum verspricht sie: „Die zweieinhalb Stunden (mit Pause) werden fliegen.“

„Bei einigen kribbelt es ganz ordentlich“, sagt Keßel während eines Durchgangs auf der Bühne. 2016 hatte das Junge Theater etliche Neulinge gecastet, „Tolle Kinder. Sie brennen fürs Theaterspielen und agieren mit einer ungeheuren Disziplin. Sie verkörpern ihre Rollen brillant.“

Genau darauf kommt es Yvonne Keßel und Joachim Pricken an. „Die Darsteller sollen authentisch spielen, ein Rollenverständnis haben, nicht nur Texte aufsagen.“ Einen wichtigen Probenpart übernimmt auch Claudio Russo im Team, Tanzpädagoge und Stuntman in einer Person. Übers Gefühl spielen, das ist die Kunst; die Dialoge lebendig halten. Und: „Immer wieder ein Schuss Humor an der richtigen Stelle.“

Bei allem Spaß, betont die Regisseurin: „Die Kinder bringen Höchstleistung.“ Drei der Neuen haben sich im aktuellen Stück bereits für größere Nebenrollen empfohlen. Keßel: „Das ist wow, so ins erste Jahr zu gehen!“

Ein Wow erntet auch Selina Söhnel, 16, von allen „Söhne“ genannt. Die Schülerin des Michael-Ende-Gymnasiums ist Kinderbühnen-Schauspielerin der ersten Stunde. Sie spielt die Titelrolle, den Peter Pan. „Das Schauspielern hat mich unglaublich selbstbewusst gemacht. Ich war nie besonders schüchtern, aber ich gehe jetzt mit Kritik ganz anders um.“ Sie sei zuweilen ihre schärfste Kritikerin. Zu Hause vor dem Spiegel hat sie sich der Rolle und der Körpersprache Peter Pans genähert. „Gar nicht so einfach, immer die Nase hochzuhalten.“ Selina, das spürt man, freut sich sehr auf die Premiere. Der Vorverkauf, sagt Yvonne Keßel, „läuft gut“.

Stück gut, Proben gut, Stimmung gut — welche Wünsche bleiben? „Jemanden, der uns bei den Kostümen, beim Nähen unterstützt“, sagt Keßel. Bisher zupft sie viel aus ihrem privaten Fundus, den sie von einer Schauspielerin übernommen hat. Auf der Wunschliste steht außerdem ein Jugendclub, als zweite Unterabteilung des Jungen Theaters neben der Kinderbühne. Keßel würde gerne einmal „Die Welle“ inszenieren. „Vielleicht gelingt uns der Club 2019.“

Bis dahin hat vielleicht sogar der kleine Leo schon seinen ersten aktiven Bühnenpart übernommen. Jetzt allerdings bevorzugt er noch das Dösen im Schlummerland. Mittendrin.

 

Rheinische Post

Von Stephanie Wickerath

 

Mit "Peter Pan" standen am Wochenende die Schauspieler des Ensembles "Das junge Theater Krefeld - Die Kinderbühne" auf der Bühne im Corneliusforum. Zwölf Kinder und Jugendliche sowie sechs Erwachsene spielen die Geschichte der Kinder aus Nimmerland, die nicht erwachsen werden wollen, als Musical. Dabei sind die Lieder alle selber eingesungen, werden aber bei den Aufführungen als Playback eingespielt. "Schauspiel und Gesang zu gleich, das erschien uns doch zu anspruchsvoll", sagt Regisseurin Yvonne Keßel. 

Zum fünften Mal hat die Theaterpädagogin gemeinsam mit dem Theaterfan und Regisseur, Joachim Pricken, ein Stück mit dem Jungen Theater auf die Bühne gebracht. Die Nachwuchsschauspieler wurden an verschiedenen Schulen gecastet. Viele standen bei der Premiere zum ersten Mal auf der Bühne und wirkten teilweise noch etwas hölzern, andere agierten schon recht professionell. So spielte die 16-jährige Selina Söhnel den "Peter Pan" mit der passenden Mischung aus Naivität und Überheblichkeit.

 

 

Auch Lina Keßel ist die perfekte Besetzung für die Fee Tinker Bell. Nicht nur, dass die Zehnjährige von der Statur her feenhaft wirkt, auch ihre Art, die Rolle der eifersüchtigen, unüberlegten und doch bezaubernden Tinker Bell zu spielen, sucht ihresgleichen. Ebenfalls überzeugend ist Ariane von dem Bussche, die Captain Hook, Peter Pans Widersacher, zum Besten gibt. Die 63-Jährige schafft den Spagat zwischen raumeinnehmendem Captain und weinerlicher Witzfigur. Auch Meret Lambertz als Wendy, Silas Braun als John und Leticia Esters als Michael machen ihre Sache gut. Dennoch ist "Peter Pan" im Vergleich zu den Stücken der Vorjahre, wie etwa "Emil und die Detektive" 2014 oder "Die wilden Hühner" 2015, eine ehr schwächere Inszenierung der Kinderbühne. Zwar gibt es witzige Szenen und gut herausgearbeitete Charaktere, aber insgesamt kommt die Handlung nur schleppend voran. Auch fehlt es den Dialogen teilweise an Raffinesse und für ein Stück, das Kinder aller Altersstufen ansprechen möchte, ist das Musical mit einer Spieldauer von fast drei Stunden schlicht zu lang, was zu Unruhe im Publikum führt.

Zweimal noch, heute und morgen Vormittag, wird "Peter Pan - Das Musical" gezeigt, die Dritt- und Viertklässler der Grundschulen und die Kinder und Jugendlichen der weiterführenden Schulen sitzen dann im Publikum.

www.junges-theater-krefeld.de

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