JUNGES THEATER KREFELD
JUNGES THEATER KREFELD

Die Wilden Hühner 2015

Rheinische Post Krefeld

Von Eva-Maria Geef

"Das Ensemble besteht aus elf Kindern zwischen acht und 14 Jahren und fünf Erwachsenen", so Regisseurin Yvonne Keßel. "Manche Kinder sind bereits im dritten Jahr dabei, andere ganz frisch. Es sind recht unterschiedliche Charaktere, so macht die Arbeit mit allen Beteiligten Spaß." Im Stück "Die wilden Hühner - Fuchsalarm" treffen zwei Kindergruppen aufeinander: Die Jungenbande "Pygmäen" auf die Mädchengruppe, die den bekannten Geschichten von Autorin Cornelia Funke den Titel gab: "Die wilden Hühner". Die Hühner, das sind die fünf Freundinnen Sprotte (eigentlich Charlotte), Frieda, Melanie, Trude und Wilma. Sie sind in heller Aufregung, denn Sprottes Oma will alle ihre Hennen schlachten, da diese zu wenige Eier legen. Daraufhin beschließen die Mädchen, die Hühner zu entführen. Für diese Rettungsaktion müssen sie ausgerechnet die verhasste Jungenbande "Die Pygmäen" um Mithilfe bitten. Doch auch bei diesen gibt es Probleme, soll doch ihr Bandenquartier einem Schrottplatz weichen. Gemeinsam raufen sie sich zusammen, um ihre Probleme zu lösen.

 

In regelmäßigen Castings in Schulen wird nach Talenten für die Kinderbühne gesucht, auch die Hauptdarstellerin Selina Söhnel (14), die die Sprotte spielt, wurde so entdeckt. "Ich hatte einen Aufruf für die Eröffnung einer neuen Gruppe gelesen, und bin dann zu einem Casting gegangen. Dort haben wir improvisiert und einen Singkreis gebildet." Sie ist nun seit drei Jahren dabei, die "Sprotte" ist ihre erste Hauptrolle. "Die Rolle passt gut zu mir, ich glaube, ich bin auch so zickig", lacht Selina. Das Zusammenspiel mit Erwachsenen gefällt ihr: "Man kann frech sein, und sie auch mal anschreien." Eine der jüngeren Darstellerinnen ist Lina (8): "Bei der Premiere gestern war ich sehr nervös, heute ging es schon", freut sie sich.


 

Westdeutsche Zeitung Krefeld

Von Bianca Treffer

 

 

Krefeld. „Sprotte, reg dich noch mal so schön auf. Wir starten erneut in dem Moment, in dem Frieda dazwischen geht.“ Diese Regieanweisung kommt von Yvonne Keßel. Auf der Bühne im Forum Corneliusfeld nehmen Selina als Sprotte, Leander als Willi, Nina als Frieda und Marie als Melanie wieder ihre Positionen ein. Ein letztes kurzes gegenseitiges Anlachen, dann starten Sprotte und Willi ihr heftiges Streitgespräch, in das Frieda schlichtend eingreift. Ein Nicken von Keßel, diesmal ist alles stimmig.

 

Die nächste Szene (Großmutter mit der Flinte) steht an. Bei der Kinderbühne des Jungen Theaters Krefeld laufen die Proben auf Hochtouren. In knapp zwei Wochen ist es soweit, dann steht die Premiere von „Die wilden Hühner — Fuchsalarm“ an. Seit den Sommerferien im vergangenen Jahr proben die 13 Jugendlichen und fünf Erwachsenen das Stück nach dem bekannten Buch von Cornelia Funke.

Wie immer beim Jungen Theater Krefeld spielen jugendliche und erwachsene Darsteller in einem gemischten Ensemble. „Wir haben starke Darsteller in unserer Theatergruppe und haben dementsprechend ein Stück gesucht, in dem viele Jugendliche mitspielen können. So sind wir auf die wilden Hühner gekommen, wobei es toll ist, dass es hier so viele unterschiedliche Charaktere gibt, angefangen von cool bis nachdenklich“, sagt Keßel.

Mit der Wahl begann nicht nur für das Team der 18 Darsteller im Alter von acht bis 62 Jahren eine arbeitsintensive Phase. Auch diejenigen, die sich in der Gruppe um das Bühnenbild kümmern, bekamen alle Hände voll zu tun. Denn für das Theaterstück wird jede Menge Kulisse benötigt. So entstanden unter anderem der Wohnwagen, in dem die wilden Hühner ihr Quartier haben, das Haus von Sprottes Oma samt Hühnerstall, Sprottes Zimmer und auch eine Gartenkulisse.

Theater spielen ist toll. Man kann in andere Rollen schlüpfen und das macht einfach nur Spaß“, sagt die 14-jährige Selina. Marie findet es besonders gut, dass man in einem gemischten Ensemble spielt. „Nur mit anderen Jugendlichen zu spielen, könnte ich mir gar nicht vorstellen“, sagt die 13-Jährige.

Texte auswendig lernen finden alle nicht besonders schwierig. Das gehöre einfach dazu, lautet der Kommentar von Anthoula, die im Stück Fred von der Jugendbande „Pygmäen“ spielt. „Ich lerne meinen Text meistens vorm Schlafen gehen“, verrät Leander.

Eins steht auf jeden Fall fest, die Texte sitzen jetzt schon hervorragend. Keßel kann das große Lob aussprechen, dass alle nicht nur textlich gut drauf sind, sondern zudem ihre Rollen mit dem ganzen Körper spielen. Die Premiere kann kommen.

 

www.junges-theater-krefeld.de

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