JUNGES THEATER KREFELD
JUNGES THEATER KREFELD

Der kleine Vampir 2013

Rheinische Post Krefeld

Von Natascha Becker

Die Geschichte vom kleinen Vampir Rüdiger und seinem Menschenfreund Anton ist vielen bekannt und dennoch etwas Besonderes, wenn die Kinderbühne sie als Musical auf die Bühne bringt. Hier spielen, tanzen und singen nämlich Kinder und Erwachsene gemeinsam. Die Kinderbühne, hinter der als Initiatoren Yvonne Keßel und Joachim Pricken — bekannt von der Forstwalder Theatergruppe — stehen, macht damit einen großen Schritt, der im Theater nicht oft umgesetzt wird. Die Idee dazu gibt es bereits seit drei Jahren.

 

"Joachim Pricken und ich haben die Kombination von Erwachsenen und Kindern beim Jugendtheater Bonn gesehen und waren fasziniert", erinnert sich Keßel. Sie sprachen weitere Erwachsene aus dem Theaterbereich an und gewannen sie für ihr Projekt. Die Kinderbühne erwachte zum Leben. Die fehlenden Kinder kamen schnell dazu. Paul Birnbrich, Schulleiter des Michael-Ende-Gymnasiums, hörte von dem Projekt und sprach Keßel an. Gemeinsam entstand die Idee eines Castings am Gymnasium, um Kinder für das Projekt zu gewinnen.

Das Vorhaben ging auf. Zu den zehn Erwachsenen der Gruppe, darunter auch mehrere Theaterpädagogen, kamen zehn Kinder im Alter zwischen elf und zwölf Jahren. Seit einem Jahr laufen nun die Proben für das Musical "Der kleine Vampir" im Forum Corneliusfeld und alle sind mit Begeisterung dabei. "Es ist schon etwas Spezielles mit Kindern auf der Bühne zu stehen. Sie sind spontan und haben eine ungeheuere Dynamik", sagt Keßel. Die Kinder seien so tief in einer Rolle drin, das sei toll, schließt sich Pricken an.

 

Aber auch die jungen Darsteller sind davon begeistert mit den Großen zu spielen. "Es ist cool zusammen mit Erwachsenen auf der Bühne zu stehen", sagt Marie. Die Elfjährige hat bis jetzt nur mit Kindern Theater gespielt und empfindet es als ganz neue Erfahrung mit Erwachsenen auf der Bühne zu arbeiten. "Die Erwachsenen geben einem Halt", erklärt Alina (12). Eine Bereicherung für beide Seiten — da sind sich Jung und Alt sicher. Und wenn man sie bei den Proben auf der Bühne sieht, kann man dem nur zustimmen.

Keßel, die Regie führt, hat gerade die Probe mit Psychologin Dr. Moorhuhn (Ariane von dem Bussche) einberufen. Ein Part, den die Theatergruppe in Eigenregie eingebaut hat. Ob Pricken als Friedhofswärter Geiermeier mit seiner Tochter Olivia (Selina), die bei Dr. Moorhuhn vorsprechen, oder Mutter Bohnensack (Tanja Esters) und Sohn Anton (Alina), die der Psychologin einen Besuch abstatten, weil Anton so merkwürdigen Umgang pflegt — die Darsteller sind absolut überzeugend in ihren Rollen. Text, Mimik und Bewegung sitzen. Lob von Keßel.

Die Choreografie beim gemeinsamen Abschlusstanz läuft hervorragend und die eigens im Studio aufgenommenen Lieder kommen Playback bestens rüber. "Singen und Tanzen, da würden wir Großen ganz schön außer Puste kommen", sagt Claudio Russo, der den Lumpi von Schlotterstein spielt, mit einem Lachen. Das zusätzliche Probenwochenende in der Eifel ist gelaufen, Bühnenbild und Kostüme, ebenfalls selber hergestellt, sind fertig und warten auf ihren Einsatz: Die Premiere kann kommen.

Westdeutsche Zeitung

Von Susanne Böhling

 

St. Tönis. Seit einem Jahr proben sie bereits. Nun ist es bald so weit: Am 16. März feiert die erste Produktion der „Kinderbühne“ Premiere im Forum Corneliusfeld. Um 17.30 Uhr hebt sich der Vorhang für das Musical „Der kleine Vampir“.

 

Zehn Kinder und zehn Erwachsene führen es gemeinsam auf. Die Kinder sind — bis auf eine Ausnahme — Schüler und Schülerinnen der 6. und 7. Klassen des Michael-Ende-Gymnasiums, ausgewählt aus 30, die sich um eine Rolle in dem Stück beworben haben.

Die Idee entstand vor drei Jahren aus der Erfahrung heraus, die Theaterpädagogin Yvonne Keßel bei der Forstwalder Theatergruppe gesammelt hatte. „Dort spielen Erwachsene für Kinder“, sagt sie. „Aber ich wollte auch Kindern anbieten, im professionellen Rahmen Theater zu spielen.“

Joachim Pricken, Regisseur und Produktionsleiter bei den Forstwaldern (die im Übrigen in St. Tönis proben und die Stücke in der Vorweihnachtszeit im ausverkauften Forum Corneliusfeld aufführen), bringt seine jahrzehntelangen Erfahrungen in die Kinderbühne mit ein und spielt auch mit: Friedhofswärter Geiermeier, ein Widersacher der ungewöhnlichen Freunde, dem Menschen-Jungen Anton und dem Vampir-Jungen Rüdiger. „Es ist sagenhaft, wie tief und authentisch die Kinder in ihre Rollen schlüpfen“, sagt Pricken. „Die sehen mich bei den Proben dann so böse an, dass ich mich erschrecke.“ Auch den anderen Erwachsenen gefallen die Frische und der Schwung, mit dem die Jung-Mimen zu Werke gehen.

Umgekehrt sagt Alina Weyers, die den Anton spielt: „Uns geben die Erwachsenen Halt. Sie können uns helfen, wenn wir mal mit dem Text hängen.“ Den zu lernen war für alle eine besondere Herausforderung. „Sechs Wochen in den Sommerferien“, erinnert sich Leander Kersten, der den Rüdiger spielt. „Das Textheft mit zum Strand!“ Die einzige, die alle Rollen auswendig kann, ist Lina, die kleine Tochter der Regisseurin. Sie kommt erst im Sommer in die Schule und kann noch gar nicht lesen. Aber sie ist bei jeder Probe dabei und wird ebenfalls kurz auftreten. Als kleine Cousine von Rüdiger.

www.junges-theater-krefeld.de

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