JUNGES THEATER KREFELD
JUNGES THEATER KREFELD

Das Gespenst von Canterville 2016

Rheinische Post Krefeld

Von Bianca Treffer

 

"Du kommst noch mal runter Christian. Wir fangen an der Stelle an, wo Ariane reinkommt", gibt Catherin Reimann vor. Auf der Bühne im Forum Corneliusfeld nimmt Christian Rodriguez am Tisch Platz und vertieft sich in Unterlagen. Kaum sitzt Rodriguez in der Rolle als Mr. Hiram B. Otis, als eine Tür aufgeht und Ariane von dem Bussche als Mrs. Lucretia Otis, die hochhakigen Schuhe von den Füßen schlagend, ins Zimmer gestürmt kommt. Doch die fliegenden Schuhe können nur einen Augenblick von ihrer Nase ablenken, die wie ein langer Hexenzinken im Gesicht sitzt. Der Unmut, der in ihr steckt, ist ihr anzusehen, was ein kurz eingeworfenes Lob von Reimann nach sich zieht. Mit Argusaugen beobachtet sie zusammen mit Yvonne Keßel, die eigentliche das Gespenst spielt, aber für diese Szene in die Rolle der Souffleuse geschlüpft ist, das Geschehen auf der Bühne.

 

Bei der Kinderbühne des Jungen Theaters Krefeld laufen die Proben auf Hochtouren. Nächste Woche ist es so weit, dann steht die Premiere von "Das Gespenst von Canterville" an. Seit August vergangenen Jahres proben die Schauspieler im Alter von neun bis 63 Jahren das Stück. Wie immer beim Jungen Theater Krefeld spielen jugendliche und erwachsene Darsteller in einem gemischten Ensemble.

Die von der Geschichte her bekannte Handlung ist aber etwas Besonderes, denn Reimann, die die Regie führt, hat das Stück geschrieben, es auf die heutige Zeit zugeschnitten und etliche Extras eingebaut, die zum Schmunzeln einladen. "Wie immer haben wir überlegt, wie sieht unser Ensemble aus und was könnte gut zu uns passen. Jeder in unserer Gruppe bringt Talente und seinen persönlichen Charakter mit. Das möchten wir immer gerne in unsere Aufführungen mit einfließen lassen", sagt Reimann.

 

Für rund zweieinhalb Stunden verwandeln sich so jede Woche die einzelnen Mitglieder in Gespenster, amerikanische Fabrikanten, Haushälterinnen und Co. Aber nicht nur für das Darstellerteam startete eine arbeitsintensive Phase, sondern auch diejenigen, die sich in der Gruppe um das Bühnenbild, die Requisite und die Geräusche kümmern, bekamen alle Hände voll zu tun. Denn für das Theaterstück verwandelt sich die Bühne des Forums Corneliusfeld in das Innere eines hochherrschaftlichen Schlosses mit entsprechendem Ambiente und den dazu gehörigen Geräuschen, angefangen bei der knarrenden Tür bis hin zum Käuzchenruf. Entworfen hat das Bühnenbild Joachim Pricken. "Wir lassen auf der Bühne zwei Ebenen entstehen. Es gibt einen Speisesaal mit Kamin und englischem Gestühl, eben typisch für ein Schloss. Der Besucher wird Geheimgänge erleben und so manche weitere Überraschung", macht Claudio Russo neugierig.

Während bei Silke Söhnel das Lampenfieber steigt, je näher es auf die Aufführungen zugeht - das sei seit Jahren typisch für sie, wie Söhnel verrät, die diesmal die Haushälterin Miss Helen Humney spielt - gehen es Rebekka Lauke

und Lina Keßel cool an. Die beiden neunjährigen Mädchen sind im Stück die Zwillinge Penny und Polly. "Theater spielen ist toll. Man kann in andere Rollen schlüpfen, jemand anderen darstellen und auch mal so richtig zickig sein, das macht Spaß", meinen die beiden.

Die 15-jährige Selina findet es besonders gut, dass man in einem gemischten Ensemble spielt. "Es ist cool, mit Erwachsenen zu spielen. Man lernt viel, und ich kann für mich feststellen, dass ich durch das Theater viel selbstbewusster geworden bin", sagt sie. Vom neuen Stück sind sie alle begeistert, auch wenn viel Text gelernt werden musste. Das Stück sei einfach genial, sind sich alle sicher. Daher ist die Freude groß, wenn am 23. April der Vorhang zur Premiere aufgeht und das Ensemble zeigen kann, was es in den zurückliegenden Monaten geleistet hat.


 

WESTDEUTSCHE ZEITUNG TÖNISVORST:Wenn die Turmuhr schlägt und das Käuzchen ruft.

Das Junge Theater Krefeld holt „Das Gespenst von Canterville“ ins Forum Corneliusfeld.

Von Bianca Treffer

 

St.Tönis. „Wir brauchen noch mal Penny, Polly und den Kürbis. TJ muss auch wieder nach oben. Wir starten mit der Kürbisszene“, ruft Catherin Reimann. Rege Betriebsamkeit setzt ein. Ariane von dem Bussche taucht in einen Requisitenkoffer ein und kommt mit roter Lockenperücke sowie Hexennase wieder hoch. Während sie sich in Mrs. Lucretia Otis verwandelt, ertönt auf der Bühne des Forums Corneliusfeld gespenstisches Rufen.

 

Rebekka Lauke in der Rolle von Penny und Lina Keßel als Polly, beide in identisch lange Mickey-Mouse-Schlafshirts gekleidet und mit einem Kürbis bewaffnet, schweben auf Mr. Hiram B. Otis, alias Christian Rodriguez, zu. Jede Bewegung und jeder Satz, der oben auf der Bühne gesprochen wird, verfolgt Reimann aufmerksam.

Nicht minder konzentriert ist Yvonne Keßel. Eigentlich spielt sie Lady Margaret de Canterville, ein 431 Jahre altes Gespenst, aber für die Szene ist sie kurz in die Rolle der Souffleuse geschlüpft. Die Kinderbühne des Jungen Theaters Krefeld steckt in den Proben für das „Das Gespenst von Canterville“.

Wer denkt, er kennt das Stück, hat sich getäuscht. Zumindest was die aktuelle Aufführung betrifft, die ist nämlich ein Werk von Reimann. Sie führt nicht nur Regie, sondern die Version stammt aus ihrer Feder. Sie ist auf die heutige Zeit zugeschnitten und hat viele lustige Extras eingebaut.

„Wie immer haben wir überlegt: Wie sieht unser Ensemble aus und was könnte gut zu uns passen? Jeder in unserer Gruppe bringt Talente und seinen persönlichen Charakter mit. Das möchten wir immer in unsere Aufführungen einfließen lassen“, sagt Reimann. Die wöchentlichen Proben für die neue Aufführung fingen schon im August vergangenen Jahres an. Wie immer beim Jungen Theater Krefeld spielen jugendliche und erwachsene Darsteller aus Krefeld und Tönisvorst in einem gemischten Ensemble. Die Altersspanne im gesamten Team liegt so zwischen neun und 63 Jahren.

Wer nicht auf der Bühne steht, hat trotzdem alle Hände voll zu tun. Es gilt letzte Hand am Bühnenbild anzulegen, die Requisite zu überprüfen und die benötigen Geräusche zusammenzustellen. Für das Theaterstück verwandelt sich die Bühne in das Innere eines hochherrschaftlichen Schlosses mit entsprechendem Ambiente und den dazu gehörigen Geräuschen, angefangen von der schlagenden Turmuhr bis hin zum Käuzchenruf.

„Wir lassen auf der Bühne zwei Ebenen entstehen. Es gibt einen Speisesaal mit Kamin und englischem Gestühl, eben typisch für ein Schloss. Der Besucher wird Geheimhänge erleben und so manche weitere Überraschung“, macht Claudio Russo auf das von Joachim Pricken entworfene Bühnenbild neugierig.

Auf der Bühne läuft indes die Szene zwischen Mr. Otis, seiner Tochter Virginia (Selina Söhnel), seiner Frau Mrs. Otis und dem Herzog von Carbury (TJ Walker). „Christian, du kannst an der Stelle ruhig aufstehen und dich schützend vor deine Tochter stellen“, sagt Reimann zu Rodriguez, der spontan beim Streitgespräch auf der Bühne aufgesprungen ist und sich wieder hinsetzen will. Ein Nicken, eine kurze Wiederholung — und die Szene hat eine größere, authentische Wirkung erhalten.

Es sind die kleinen Feinheiten, an denen in den letzten Proben geschliffen wird, damit am 23. April alles perfekt ist, wenn es heißt: Vorhang auf zur Premiere des Stücks: „Das Gespenst von Canterville“.

 

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